In Erinnerung an Klemens Will (1932 – 2026)

Wir trauern um unser Gründungsmitglied und langjährigen Mitstreiter im Arbeitskreis (AK) “Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG Thüringer Energie AG.
Er verstarb am 01.August 2026 im Alter von 94 Jahren in Erfurt.
Klemens Will wurde am 29.08.1932 in Erfurt geboren und ging in Erfurt zur Grundschule, sowie aufs Gymnasium. Er brach 1949 den Gymnasiums Besuch in der 11. Klasse ab, um seine Familie finanziell unterstützen zu können. Von 1949 bis 1951 machte er eine Lehre als Elektromonteur bei dem VEM Starkstromanlagenbau Erfurt (Vormals Siemens und AEG). Er arbeitete bis 1953 in diesem Betrieb. 1953 wechselte er zur VEB Energieversorgung Erfurt. Klemens Will machte im Juli 1955 den Abschluss “Meister für elektrische Anlagen“ an der Ing.-Schule für Elektroenergie „Dr. Robert Mayer“ in Zittau und arbeitete dann als Meister im Kraftwerk Bleicherode.
Das Fernstudium an der Ing.-Schule für Elektroenergie „Dr. Robert Mayer“ in Zittau schloss er im Juli 1962 als „Elektroingenieur“ ab. Als Jungingenieur arbeitete er gemeinsam mit dem ehemaligen AK-Mitglied Walter Schossig im Kraftwerk Bleicherode-Ost der Energieversorgung Erfurt. Klemens Will wechselte zum Heizkraftwerk Erfurt (HKW) als „Elektro- und Maschineningenieur“.
Im Jahr 1967 baute er dort mit dem VEB Wärmeanlagenbau Berlin eine 5 MWe Gegendruckmaschine auf.
1969 baute er im HKW Erfurt die neue chemische Wasseraufbereitung auf und band die Lütschetalsperren-Wasserleitung der Deutschen Reichsbahn ins Kraftwerksnetz ein.
Nach der beruflichen Weiterbildung im Bereich der Fernwärmeversorgung in Markkleeberg wurde er 1970 zum stellvertretenden Kraftwerksleiter im Heizkraftwerk Erfurt ernannt.
Neben seinem beruflichen Leben arbeitete er auch als Dozent an der Betriebsakademie der Energieversorgung Erfurt. Aufgrund seiner fachlichen Kompetenz wurde ihm die Bauleitung für die Erweiterung der Fernwärmeanlagen im Heizkraftwerk Erfurt übertragen.
Klemens Will wurde im November/Dezember 1969 zum Fachberater für den Aufbau des „Energiekombinates Süd“, Vereinigung der Energieversorgungs-Betriebe Erfurt, Gera und Suhl berufen. Er wurde verantwortlich eingesetzt zur Vorbereitung der Übernahme der Heizwerke Gotha, Eisenach und Nordhausen in die Energieversorgung Erfurt.
1990/91 plante und baute er gemeinsam mit unserem AK-Mitglied Hans Rauchhaus und der Maingas AG ein Gasturbinen- und Dampfkraftwerk (22 MWe und 54 MWwärme) in Eisenach für die ENAG/Maingas Energieanlagen GmbH (EMEG) zur Medienversorgung für das Opel-Werk.
Für seine geleistete Arbeit erhielt er verschiedene Auszeichnungen. Er war immer stolz auf seine Arbeit mit der er einen wesentlichen Beitrag zur stabilen Versorgung für die Bevölkerung und Industrie mit Elektroenergie und Fernwärme leisten konnte.
Durch seine Tätigkeit im AK “Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG Thüringer Energie AG war er Autor bzw. Mitautor zahlreicher Broschüren und Publikationen über die Energiewirtschaft in Thüringen.
2020 wurde er zusammen mit dem AK “Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG Thüringer Energie AG als Preisträger des Landesgeschichtlichen Preises für Industriekultur, Kategorie III von der Historischen Kommission für Thüringen und der Thüringer Staatskanzlei ausgezeichnet.
Der AK “Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG Thüringer Energie AG verliert mit Klemens Will einen langjährigen Kollegen und Erfahrungsträger. Durch sein Ableben entsteht eine „Lücke“, die schwerlich zu füllen sein wird. Kollegial, immer menschlich, wissensdurstig, unermüdlich in seinem Forscherdrang, ein Fachmann durch und durch - wir werden sein Andenken in Ehren und in bleibender Erinnerung halten.